Gedanken zur Tageslosung am Sonnabend, den 1. August 2020

Gedanken zur Tageslosung am Sonnabend, den 1. August 2020


# Predigt
Veröffentlicht von Anke Vagt am Samstag, 1. August 2020, 00:00 Uhr
© EkaterinaVysotina auf pixabay

Ich komme, um alle Völker und Zungen zu versammeln, dass sie kommen und meine Herrlichkeit sehen. Jes 66,18

Das ist für mich immer wieder ein aufregender Gedanke: Dass das Alte Testament ei­nerseits so oft das exklusive Verhältnis zwischen Israel und Gott beschreibt. Und an­dererseits trotzdem an vielen Stellen ganz universal denken kann: Gott ruft alle Men­schen zu sich. Am Ende der Zeit gibt es eine Völkerwallfahrt zum Heiligtum. Durch Israel öffnet sich der Weg zu Gott für alle Menschen. Denn Gott macht keine Unter­schiede zwischen Hautfarben, Geschlecht oder nationaler Zugehörigkeit.

Anders als wir. Das Thema Rassismus treibt viele Menschen gegenwärtig stark um. Die Ermordung von George Floyd in den USA hat es wieder ganz präsent werden las­sen. Und je mehr wir uns damit beschäftigen, um so deutlicher wird: Rassismus ge­schieht nicht nur woanders und durch andere, sondern ist auch bei uns ganz alltäglich. Wir nehmen ihn nur kaum wahr, auch weil wir mit großer Selbstverständlichkeit als Wei­ße in einem weißen Umfeld leben. Abschätzende Blicke, die Frage, woher denn je­mand kommt (bei der mitschwingt, wohin er zurückgehen kann), unhöfliche Bemer­kungen: Das alles gibt es auch bei uns. Weil Weißsein bei uns die Norm ist. Und ich stelle selbst fest: Ich kenne kaum Menschen mit dunkler Hautfarbe. Sie gehören nicht zu meinem Freundeskreis. Weder in der Schule, noch im Studium bin ich ihnen begegnet. Meine Weltsicht ist unglaublich beschränkt, ich weiß so vieles nicht. Das schafft Distanz. Und lässt Un­terschiede schwerwiegend werden. Deshalb ist es gut, sich z.B. vom Alten Testament erinnern zu lassen: Bei Gott ist das anders. Und Gott will es anders.