Veröffentlicht von Susanne Brandt-Stange am Fr. 12.05.2017, 13.22 Uhr

Die Misa a Buenos Aires, auch als Misa Tango bekannt, ist eine Messvertonung des argentinischen Komponisten Martin Palmeri (*1965) im Stil des Tango Nuevo. Am Samstag, 15. Juli, um 19.00 Uhr ist der leidenschaftliche Klang der Misa Tango in der Peter-Paul-Kirche Bad Oldesloe zu hören. Mitwirkende sind Theresa Nelles, Sopran, Rocco Heins, Bandoneon, Marcus Rau, Klavier, der Oldesloer Buxtehude-Chor und das Collegium Musicum Lübeck unter der Gesamtleitung von Henning Münther. Platzkarten für das Konzert sind zu 3,- bis 15,- Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr ab Donnerstag, 1. Juni, um 10 Uhr hier und bei den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben: in Bad Oldesloe beim Reisebüro Schügner und beim Ticketcenter des Stormarner Tageblatts, in Bargteheide bei der Bargteheider Buchhandlung und in Reinfeld bei der Buchhandlung Michaels.

Martin Palmeri ist ein argentinischer Pianist, Dirigent und Komponist von Vokal- und Instrumentalwerken, von denen viele von Form und Harmonik des Tango Nuevo inspiriert sind, darunter Opern, Oratorien, Chor- und Orchesterkompositionen. Die Misa Tango wurde 1996 uraufgeführt. Das Werk besteht aus einer Synthese aus dem lateinischen Text der traditionellen christlichen Messe und dem argentinischen Tango. Es besteht aus den Teilen Kyrie – Fürbitte, Gloria – Lobgesang, Credo – Glaubensbekenntnis, Sanctus – Heiligenruf, Benedictus – Lob und Agnus Dei – Lamm Gottes. In dem Werk verbindet der Komponist nach seinen eigenen Worten seine wichtigsten musikalischen Erfahrungen als Chorleiter und Tango-Arrangeur und –Interpret und verbindet Stilelemente verschiedener Kulturkreise: Melodisch und rhythmisch ist das Werk dem Tango Nuevo und dem Vorbild Astor Piazzollas verpflichtet, bedient sich aber gleichzeitig in vielerlei Hinsicht an der Formensprache der kirchenmusikalischen Tradition wie Fuge und Kanon.

Eine wesentliche Bedeutung kommt dem Bandoneon, dem traditionellen argentinischen Akkordeon, als dem typischen Tangoinstrument zu. Der in Lasbek, Kreis Stormarn, aufgewachsene Bandoneon-Spieler Rocco Heins drückt mit seinem Klangbild sowohl Melancholie als auch Lebensfreude, Traurigkeit und Schmerz aus. Er erinnert damit an die Sehnsucht entwurzelter Einwanderer auf ein besseres Leben aus der Ursprungszeit des argentinischen Tango. Auch die Liturgie des Messtextes ist stark emotional geprägt: Jesu Kreuzestod, Auferstehung, Bitte um Frieden. Die Kölner Sopranistin Theresa Nelles gibt in dieser Mezzopartie mit ihrer ausdrucksstarken Stimme den innigen Gefühlen Ausdruck.

Die Misa Tango von Martin Palmeri hat einen großen Bekanntheitsgrad erreicht. Unter anderem wurde die Messe beim Festival Europa Cantat 2009 in Utrecht, 2013 in Rom in einem Konzert zu Ehren von Papst Franziskus und 2015 und 2016 mit einem international besetzten Chor in der Carnegie Hall in New York City aufgeführt.

Der Tango Nuevo wurde in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von dem Argentinier Astor Piazzolla (*1921) entwickelt. Sowohl Jazz als auch Klassik beeinflussten sein Werk. Anstelle der hierzulande als marschartig empfundenen Tango-Rhythmen entstand eine Konzertmusik, die nicht mehr in erster Linie tanzbar war, sondern eher zum konzentrierten Hören anregte. Die Misa Tango basiert auf diesem neuen Stil und nutzt ihn zur Gestaltung dieser einzigartigen Messe.

Das Konzert in Bad Oldesloe beginnt mit vier instrumentalen Tangos argentinischer Komponisten wie Carlos Gardel und Astor Piazzolla. Sie werden interpretiert von Rocco Heins, Bandoneon, und den Streichern des Collegium Musicum Lübeck.

Der Oldesloer Buxtehude-Chor probt seit Februar an der Messe Misa Tango und nimmt das Werk mit auf die Sommerreise nach Finnland, um es dort auch in verschiedenen Kirchen aufzuführen. Die Gesamtleitung hat Kirchenmusiker Henning Münther.

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