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Oratorium "Paulus"

SEP
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Oratorium "Paulus"


Samstag, 17. September 2022, 19:00 - 21:00 Uhr
Peter-Paul-Kirche, Kirchberg 8, 23843 Bad Oldesloe
Solisten, Oldesloer Buxtehude-Chor, Orchester, Musikalische Leitung: Henning Münther
Platzkarten im Vorverkauf ab 18.08.2022 unter www.reservix.de
Oratorium "Paulus"

Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy

Das Oratorium „Paulus“ stellt das erste Oratorium Mendelssohns dar und wurde 10 Jahre vor dem „Elias“  komponiert.  Obwohl der „Paulus“ heute weit weniger bekannt ist, so steht doch seine Qualität, meines Erachtens nach, nicht der des „Elias“ nach. Die Fugen, die dramatische Gestaltung und die Schönheit der Musik sind meisterhaft. 

Die Paulus-Geschichte in so eindrücklicher Weise in unserer Peter-Paul-Kirche aufzuführen im Anblick des wunderbaren Paulus-Fensters, das von Siegfried Assmann gestaltet wurde, stellt ein besonderes Ereignis dar.
(Ausschnitte aus dem Vorwort von 2004)


Zur Handlung des „Paulus“:

Im Text des Paulus hat der bibelfeste Mendelssohn gemeinsam mit seinem Freund Julius Schubring fast ausschließlich auf Worte der Bibel zurückgegriffen.

Nach der eindrucksvollen Vorstellung des Leitmotiv-Chorals „Wachet auf ruft uns die Stimme“ durch die Ouvertüre und dem Einganschor, der beginnend mit der dreimaligen Anrufung „Herr, Herr, Herr“ (ganz wie in Bachs „Johannespassion“) die Ausgangssituation der Erzählung schildert, folgt in der Tradition Bachscher Kantaten ein Choral.  Danach kann die Geschichte beginnen: In der ersten Szene wird Stephanus als früher christlicher Märtyrer von der Menge fanatisch-gesetzestreuer Juden gesteinigt. Auch Saulus von Tarsus ist als führender Kopf und Eiferer für die Überlieferung der Väter unter den Verfolgern der jungen christlichen Gemeinden. Auf dem Weg nach Damaskus hat er, wie die Apostelgeschichte berichtet, die Vision des Auferstandenen Herrn. Im Innersten getroffen und zunächst für drei Tage mit Blindheit geschlagen, wird er nach diesem Damaskus-Erlebnis unter seinem  Taufnamen „Paulus“ zum Nachfolger Jesu und Missionar.  In erhabener Größe beschließt der Chor den ersten Teil des Oratoriums – dem staunenden Ruf „O welch eine Tiefe“, folgt eine durchbrochene Musik die die Fragen „wie gar unbegreiflich... und unerforschlich seine Wege“ zulässt, um dann in einem ekstatischen Lobreigen aufzugehen.

Der zweite Teil des Werkes erzählt Episoden aus dem Wirken des Apostels. Mendelssohn hat hier auf Vertonung dramatischer Situationen, wie die Errettung aus dem Kerker oder das Tribunal von Caesarea verzichtet. Diese Entscheidung ist bis heute häufig der Ausgangspunkt für Kritik am „Paulus“, aber wiederum auch seine Besonderheit und Stärke. Anders als im „Elias“ stehen hier das Kontemplative, die Stimmungen, die Gefühle aber auch das christliche Bekenntnis im Vordergrund. Eine Herausforderung für jede Aufführung, denn Spannung entsteht hier nicht „quasi von alleine“ durch eine packende  Handlung bis zum Schluss sondern durch ein feines Aufgreifen der Stimmungen. Damals wie heute gibt es feste Zuversicht der Apostel und der Gemeinde „So sind wir nun Botschafter“ oder „Wie lieblich sind die Boten“ genauso wie die tiefe Zerrissenheit, in die Paulus seine abschließende Predigt richtet. „Ihr Männer was macht ihr da?“; es wird vom Staunen über die Wunder Gottes erzählt etwa bei der Wunderheilung des Lahmen von Lystra, wie auch von der falschen Erwartung der Menschen an Gottes Wirken: „Seid uns gnädig hohe Götter“.

Am Ende mündet das Oratorium in Stimmungen, die viele Menschen auch in dieser Zeit bewegen: Es geht um das Abschiednehmen, das Vertrauen in Gottes Zusagen und darum, zukünftige Wege unter Gottes Segen zu stellen.
(Ausschnitte aus einem Text von Christoph A. Schäfer)